16. Hauptsonderschau und Alfred Schwanitz-Gedächtnisschau in Brachstedt vom 11. bis 12. Januar 2020

Die 16. Hauptsonderschau des SV Giant Homer und letzte Sonderschau der Ausstellungssaison 2019/2020 ist schon wieder Geschichte. Das Ausstellungsteam um Karsten Gehrmann und Marcel Ronninger begrüßten insgesamt 50 Aussteller aus Ungarn, Belgien, den Niederlanden und Deutschland sowie viele Besucher und Interessenten im beschaulichen Brachstedt. Insgesamt präsentierten sich den eingesetzten sieben Preisrichtern 435 Giants. Im Gedenken an unseren Gründungs- und Ehrenvorsitzenden fand die Hauptsonderschau als Alfred Schwanitz-Gedächtnisschau statt. Das ganze Wochenende verlief in harmonischer Atmosphäre u. a. mit einer Exkusion zur parallel stattfindenden tschechischen Hauptsonderschau in Lysá und einem tollen Züchterabend am Samstag, der von unserem neuen Kassierer Markus Pohl kulinarisch vorbereitet wurde. Die Championtiere der Ausstellung stellten Guido Koch auf einen jungen vielfarbigen Täuber, Michael Sachse auf eine junge blaue Täubin, Arndt Trepte auf einen alten rotfahlen Vogel und die ZGM Römer auf eine alte blaugehämmerte Täubin. Allen Erringern der Leistungs-, Zucht- und Förderpreise gebührt ein herzlicher Glückwunsch! Den Katalog der 16. Hauptsonderschau findet ihr hier.

Den Bericht unseres 1. Zuchtwarts Tino Henkel könnt ihr unter den Bildern nachlesen.

 

Mit den besten züchterischen Grüßen

Alexander Hallasch

Verantwortlicher für Medien und Öffentlichkeitsarbeit

 

Einige Impressionen ausgewählter Tiere:

 

 

Bilder vom Wochenende und der Preisverleihung:

 

 

 

 

Bericht zur 16. Hauptsonderschau für Giant Homer in Brachstedt - Alfred-Schwanitz-Gedächtnisschau 

An traditionsreicher Stätte, dem Gründungsort unseres Sondervereins, fand vom 10. bis 12. Januar 2020 die Hauptsonderschau der Giant Homer-Freunde Deutschland in Brachstedt statt. Zu Ehren des verstorbenen Gründungsinitiators sowie langjährigen Vorsitzenden und Ehrenvorsitzenden führten wir diese Ausstellung als Alfred-Schwanitz-Gedächtnisschau durch. Geschmackvoll arrangierte Fotos und nicht zuletzt die aufwendig hergestellten Gedächtnispreise boten einen würdigen Rahmen für diese Schau. Das ausgezeichnete Meldeergebnis von 435 Giants von 50 Ausstellern aus Deutschland, Belgien, den Niederlanden und Ungarn spiegelt auch die Verbundenheit und Dankbarkeit gegenüber Alfred wider. Für einen reibungslosen Ablauf und beste Vorbereitung sorgte Ausstellungsleiter Karsten Gehrmann zusammen mit den Mitgliedern des SV und vor allem den Zuchtfreunden des Brachstedter RGZV, denen an dieser Stelle herzlich gedankt sei für ihren seit Jahren währenden unermüdlichen Einsatz zugunsten unseres SV. Die Bewertung übernahmen die Sonderrichter Tino Henkel, Rainer Redel, Dr. Patrick Römer, Hartmut Schlechte, Arndt Trepte, Marcus Trepte und PR Gerald Renker.


Den Reigen eröffneten 111 Blaue mit schwarzen Binden, die mit dieser Anzahl das mit Abstand größte Kontingent und ein Viertel aller ausgestellten Tiere ausmachten. Die 1,0 zeigten mehrheitlich den richtigen Größenrahmen mit breiter Front und dem sich zum Schwanzende hin keilförmig verjüngenden Körper. Die waagerechte Körperhaltung – wobei der Schwanz auch leicht unter der Waagerechten getragen werden darf – bereitete kaum Probleme. Ein breit aus den Schultern hervortretender Hals, der sich zum Kopf hin gut verjüngt, sowie das Zusammenspiel der Proportionen zwischen freiem Stand, tiefem Körper und der Halslänge trug weiterhin zu einem positiven Gesamteindruck bei. Die Brust hätte in einigen Fällen vorgewölbter und im unteren Bereich gefüllter erscheinen können. Punktabzüge gab es bei langer Hinterpartie, die entweder durch übermäßige Federlänge oder einen langen Rücken hervorgerufen wird. Nicht zu übersehen war, dass einige Rassevertreter im Ausdruck männlicher wirken konnten. Ihnen hätte mehr Kopfsubstanz, mit einem massiven und stumpfen Schnabel sowie breiterem Kopfkeil gutgestanden. Die Kopfrundung dagegen war in den meisten Fällen ordentlich. Weitere Wünsche bezogen sich auf festeres Hals-, Schenkel- und Keilgefieder. Auffällig war, dass gerade bei den Blauen die Augenfarbe einige Wünsche offen ließ. Entweder fehlte es an Intensität und Leuchtkraft oder die Iris war nicht durchgefärbt und zeigte einen helleren Rand um die Pupille. Leuchtend rot bis orangerot wird angestrebt. Die Augen sollten auch vollständig sichtbar sein und nicht zu tief liegen. Stark aufgehellte und absetzende Bauchfarbe sowie unsaubere Schildfarbe wurde mit Punktabzügen geahndet. Helle Schnabelfarbe und Hengstnacken entsprechen nicht dem Zuchtziel und wurden als Kritikpunkte auf der Bewertungskarte vermerkt. Die blauen Täubinnen warteten mit mehreren herausragenden Rassevertretern auf. Überhaupt waren sie meist harmonischer und abgestimmter in den Körperproportionen als ihre männlichen Pendants. Die Spitzentiere konnten mit kurzer, keiliger Körperform und breiter Brust mit der notwendigen Körpertiefe überzeugen. Zudem war ihnen ein an der Basis kräftiger, frei getragener Hals mit straffem Gefieder eigen. In den Kopfpunkten konnten sie mit substanzvollem Schnabel und gut gewölbtem, nicht zu langem Profil begeistern. Tiere, die abfielen, offenbarten Wünsche in der Vorkopfwölbung und in der Schnabelsubstanz. Verbesserungswürdig war auch die Schwingenlage und Rückendeckung. Die Warze konnte zum Teil feiner und glatter im Gewebe sein. Sie sollte sich harmonisch in das Kopfprofil einfügen, ohne dieses störend zu überragen (v: M. Sachse (3x), J. Franz, ZG Schultz und Weckwerth; hv: H. Radke (3x), H.-J. Schröder, ZG Schultz und Weckwerth).


Die Kollektion der 33 Blaugehämmerten unterstrich, dass dieser Farbenschlag qualitativ zu den führenden gehört. Sie zeigten zumeist einen voluminösen und waagerecht getragenen Körper mit breiten Schultern. Der Hals hatte die geforderte keilige Form, konnte aber zum Teil freier getragen werden. Nahezu perfekt waren bei den Spitzentieren die Kopfpunkte mit massivem, stumpfem Schnabel und korrekter Kopfrundung. Die Augen konnten vereinzelt leuchtender und intensiver in der Farbe sein. Der Rücken wurde besser abgedeckt gewünscht. Das Schenkel- und Keilgefieder musste unbedingt anliegender sein. Ein Alttäuber präsentierte sich überragend in der Ausprägung der formlichen Rasseattribute mit ebenso gutem Profilverlauf und massivem Schnabel. Einfach Klasse! Durch die im oberen Bereich nicht ganz sichtbaren Iriden blieb ihm jedoch eine höhere Bewertungsnote verwehrt. Etwas durchwachsener stellte sich die Qualität bei den Täubinnen dar. Flacher Scheitel und spitzes Gesicht führte hier zu Abstufungen bei der Notenfindung. Ein zu tiefer Stand und ein eingezogener Hals sind genauso unerwünscht, wie ein zu hoch stehender Rassevertreter mit langem Hals. Je nach Ausprägung wurden diese Merkmale als Wunsch oder Mangel notiert. Beachtung sollte auch der Schwingenlage und Rückendeckung geschenkt werden, die nicht immer den Erwartungen entsprach. Eine alte Dame wies nicht nur alle rassetypischen Merkmale in höchstem Maße auf, sondern zeigte diese auch bereitwillig dem Betrachter. Sie wurde zum Champion bei den Alttäubinnen gekürt (2x v und 2x hv: ZG Römer).
In der Gruppe der 21 Blaudunkelgehämmerten dominierten Vertreter mit breitem und freiem Stand, breiter und gut vorgewölbter Brust mit keilförmiger Verjüngung. Der Halsaufbau war meist mustergültig. Ebenso wurde die Schnabelsubstanz bei beiden Geschlechtern unter den Vorzügen vermerkt. Das Kopfprofil hätte besser gerundet und verschliffener in Erscheinung treten können. Teilweise war der Schnabel gesenkt eingebaut und der weitere Verlauf des Kopfbogens fiel dann flacher aus. Die ideale Bogenlinie ergibt sich jedoch aus einer eher gleichmäßigen Rundung von der Schnabelspitze bis zum Hinterkopf. Eine grobe, aufgeworfene und zum Teil unsymmetrische  Warze trug weiterhin zu Irritationen bei der Betrachtung des Kopfprofils bei. Dies betrifft auch die Warzenbildung am Unterschnabel, der im besten Falle warzenfrei ist. Auch in diesem Farbenschlag musste die Farbe der Iris moniert werden, die manchmal zu farblos ausgeprägt war. Das Gefieder wurde vereinzelt insgesamt anliegender gewünscht. Bei der Handbewertung traten Defizite bezüglich der Muskulosität des Körpers zu Tage. Hart und fest im Griff sollten unsere Giants schon sein (v: H. Radke).
Die 5 Braunfahldunkelgehämmerten und eine Braunfahle wiesen Vorzüge im Körpervolumen und waagerechter Körperhaltung auf. Brustbreite und -fülle sowie die keilförmige Verjüngung zum Schwanz hin konnten ebenso gefallen. Im Rücken konnten sie gedeckter sein und der Stand hätte hier und da etwas freier ausfallen können. Bei den Kopfpunkten wurden sie im Vorkopf gewölbter und im Schnabel massiver und stumpfer gewünscht. 

Mit 23 Rassevertretern stellten sich die Schwarzen der Konkurrenz. In der Ausprägung der Rassemerkmale zeigten sie sich recht unterschiedlich. Die 1,0 sollten zum Teil mehr Schulterbreite und Körpertiefe aufweisen. Im Halsaufbau, breit aufgesetzt mit keilförmiger Verjüngung zum Kopf hin, konnten Sie überzeugen. Der Vorkopf wurde gewölbter und der Schnabel substanzvoller gewünscht. Zu achten ist auf gut aufeinander abgestimmte Schnabelhälften. Ist der Unterschnabel zu breit, entspricht dies ebenfalls nicht dem Zuchtziel. Die Warze konnte vereinzelt glatter und besser durchpudert sein. Die 0,1 präsentierten sich zumeist mit kurzem Körper, schmaler Schwanzfederlage und der geforderten Brustausformung. Verbesserungswürdig war die Ausrundung des Hinterkopfes mit einer harmonischen Nackenlinie, die fließend in den Hals übergeht. Das Gefieder wurde straffer gewünscht. Farblich ist auf ein gleichmäßiges, sattes Schwarz zu achten, dass sich auch über Bauch und Schenkel erstreckt. Lack hingegen ist nicht erforderlich (v und hv: P. Römer). 

Nur 4 Rote und 3 Gelbe sind einfach zu wenig für eine HSS. Einige der vorgestellten Tiere ließen jedoch im Vergleich zu den Vorjahren eine deutliche Qualitätsverbesserung erkennen. Zwei der Roten überzeugten mit tiefem und kurzem Körper. Andere waren im Halsaufbau noch zu schlank. Die Schnabelsubstanz konnte unter den Vorzügen vermerkt werden. Auch die Gelben zeigten sich verbessert in Brustfülle und Körperkürze. Im Vorkopf könnten Sie noch besser gewölbt sein, auch der Schnabel wurde massiver gewünscht. 

Die 7 Dominant Roten hatten Wünsche in kürzerer Hinterpartie und fester aufliegenden Schwingen. Der Schnabel wurde substanzvoller und der Warzenrücken gefüllter gewünscht, um die ideale Bogenlinie des Kopfes zu erreichen. 

In der Klasse der 20 Rotfahlen wurden zumeist großrahmige Tiere gezeigt, die in Körpertiefe und Fronbreite zu gefallen wussten. Stand und waagerechte Körperhaltung bereiteten keine Probleme. Auch der Halsaufbau mit breitem Aufsatz und keilförmiger Verjüngung fand positive Erwähnung auf der Bewertungskarte. In der Rückendeckung blieben vereinzelt Wünsche offen. Das Keil- und Schenkelgefieder konnte anliegender sein. Bei einigen Rassevertretern wurde der Wunsch nach einer kürzeren Hinterpartie geäußert. Die Kopfpunkte wurden substanzvoll und in passender Größe zum Körper gezeigt. Das Profil wurde verschliffener, mit glatter Warze und harmonischerem Übergang zum Keil gewünscht. Die Nackenlinie konnte fließender in den Hals übergehen. Herausragend präsentierte sich ein typvoller Alttäuber, der alle im Standard geforderten Merkmale in hohem Maße in sich vereinte und zum Champion bei den 1,0 alt gewählt wurde (v: A. Trepte, S. Harzer; hv: A. Trepte). 

Unter den 16 Rotfahlgehämmerten und 12 Rotfahldunkelgehämmerten gaben die Alttiere qualitativ den Ton an. Überzeugend stellten sie sich mit voluminösem Körper und breiter Brust vor, wobei die Unterbrust zum Teil noch gefüllter sein konnte. Körperhaltung und Stand konnte ebenso unter den Vorzügen notiert werden. Die oft massiven Kopfpunkte hätten verschliffener präsentiert werden können, mit harmonischer ins Profil eingefügter, glatter Warze. Die Vorkopfwölbung wurde ausgeprägter gewünscht. Die Augenfarbe war bei diesen Farbenschlägen zum größten Teil in Ordnung. Die höher bewerteten Tiere zeigten beste Brustausformung mit freiem Stand und korrekter Halshaltung, schmaler Schwanzfederlage und der damit verbundenen Keiligkeit des Körpers. Eine straffe Feder verlieh dem Gesamteindruck weitere positive Ausstrahlungskraft. Kleinere Wünsche nach besserer Rückendeckung und glattem Unterschnabel verhinderten bei einigen Tieren eine höhere Punktzahl (hv: M. Trepte, E. Motz). 

Mit Meldezahlen von 5 Gelbfahlen, 4 Gelbfahlgehämmerten und einer Dominant Gelben waren diese Farbenschläge quantitativ schwach vertreten. Trotz des Verdünnungsfaktors zeigten sie sich meist mit kräftigem Körper, der aber an Kürze gewinnen müsste. Weitere Wünsche bezogen sich auf besser abgedeckten Rücken und insgesamt, besonders aber im Halsbereich, strafferes Gefieder. In der Schnabelsubstanz entsprachen sie größtenteils den Erwartungen. Die Kopfrundung konnte bei einigen gleichmäßiger mit mehr Wölbung im Vorkopf ausfallen. 

Die Andalusierfarbigen waren mit 18 Vertretern erschienen. Ordentliche Typen mit breiter Front und dem richtigen Größenrahmen gab es bei den 1,0 zu sehen. Teilweise konnten Sie freier im Stand und glatter in der Warze sein. Zu achten ist auf eine korrekte Zehenlage. Die Augenfarbe wurde intensiver und vor allem leuchtender gefordert. Die rassetypische Kopfrundung mit der ununterbrochenen Bogenlinie vom Schnabel bis zum Hinterkopf konnte gefallen. Der Schnabel musste massiver und stumpfer in Erscheinung treten. Nicht immer konnte die korrekte Ausformung des Nackenabgangs unter den Vorzügen vermerkt werden. Farblich gab es nichts zu beanstanden. Sie waren gleichmäßig in der Farbe ohne rötliche Einlagerungen. Ob etwas heller oder dunkler ist unerheblich. 

Die 5 Hell-andalusierfarbigen hinterließen einen ordentlichen Gesamteindruck. Sie hätten noch etwas mehr Brusttiefe und substanzvollere Schnäbel vertragen können. Die Körperhaltung wurde teilweise waagerechter gewünscht und die Befiederung um den Augenrand konnte ausgeprägter sein. Dieser Farbenschlag hatte erst wenige Wochen zuvor bei der VDT-Schau in Leipzig das Anerkennungsverfahren erfolgreich gemeistert und ist nun bei den Giant Homern als erster Rasse überhaupt in Deutschland standardisiert.

Die 4 Indigo mit Binden, eine Indigogehämmerte und 8 Indigodunkelgehämmerte hatten Vorzüge in Körpervolumen, Frontbreite und Stand. Auch bei der waagerechten Körperhaltung gab es keine Abstriche. Im Kopfprofil war der Großteil überragend. Ein substanzvoller Schnabel und korrekte Bogenlinie waren keine Seltenheit. Kritik gab es bei der Länge der Hinterpartie. Der Hals konnte vereinzelt breiter aufgesetzt und freier getragen werden. Die Nackenlinie wurde harmonischer gewünscht. Zu achten ist auf das richtige Farbspiel. Tiere mit dem Faktor opal, rezessiv oder dominant, sollten sich in diese Farbgruppe nicht mehr verirren (v: ZG Römer). 

Das Gleiche trifft auch auf 2 Indigofahle mit Binden zu, die nicht dem gemeldeten Farbenschlag entsprachen und mit n.a. bewertet wurden. 

Je ein Rassevertreter in Mehllicht mit dunklen Binden und Gelercht wurden ohne Mangel gezeigt. 

Einen zahlenmäßig starken Auftritt boten 54 Weiße. Die Qualität konnte allerdings bei zu vielen Rassevertretern nicht mithalten. Hier gilt es für die Zukunft noch viele Baustellen zu bewältigen. Bezüglich der Körperform müssen sie unbedingt kürzer in der Hinterpartie werden. Mehr Körpertiefe und Brustfülle würde ebenso dazu beitragen, dem Zuchtziel ein Stück näher zu kommen. Bei der Handbewertung traten Unterschiede in der Körpermasse und Muskulosität deutlich zu Tage. Ist dazu der Ringsitz noch sehr locker, sind die Ständer einfach zu schwach. Missbildungen des Gefieders gelten als Ausschlussfehler und ziehen 0 Punkte nach sich. In der Gruppe der Jungtäuber befand sich ein Vertreter, der mit super Typ und feinen Kopfpunkten auf sich aufmerksam machen konnte. Ein doch recht loses Halsgefieder verhinderte bei ihm eine höhere Bewertungsnote. Im Gefieder sollten eine ganze Reihe der Weißen fester und anliegender sein. Die Schildfeder war teilweise sehr rau, manchmal sogar mit einem Ansatz zur Lockenbildung. Hier besteht unbedingt Handlungsbedarf. Was die Kopfpunkte betrifft, wurde vom amtierenden Preisrichter mehr Schnabelsubstanz und Wölbung im Vorkopf gewünscht. Weiterhin gaben Tiere mit Schnabel- oder Warzendruck Anlass zur Kritik. Hier kann beim besten Willen kein sg vergeben werden. Einen Lichtblick stellten zwei Jungtäubinnen dar, die im Gesamtendruck überzeugen konnten und richtungsweisend für die weitere Zuchtarbeit sind (v: T. Schulz, M. van Hamme). 

Die gemeldeten 7 Blaugetigerten und 2 Schwarzgetigerte zeigten zumeist ordentliche, kurze Körperform mit breiter Front und schmalem Schwanz. Die Warze konnte glatter im Gewebe sein und in der Halshaltung sollten sie sich freier präsentieren. Zu achten ist auf durchgefärbte Schwung- und Schwanzfarbe. 

Die 29 Blauschimmel waren großrahmig und breit in der Front mit der geforderten Körpertiefe. In der Halsführung konnten sie zum Teil keiliger sein. Der Schnabel konnte, besonders bei den 0,1 massiver sein, wobei die Spitzentiere in diesem Punkt überzeugen konnten. Wir verlangen einen stumpfen Schnabel. Zur Schauvorbereitung gehört dazu auch die Schnabelpflege. Ein überstehender Oberschnabel entspricht nicht den Anforderungen. Die Kopfrundung zählte zu den Vorzügen. Die Warze sollte bei einigen Tieren harmonischer ins Profil eingebaut sein. Kniff und Warzendruck führten zu Abstufungen bei der Notenvergabe. Weitere Wünsche bezogen sich auf gedeckteren Rücken und anliegendes Schenkel- und Keilgefieder. Bei einigen Rassevertretern sollte die Schimmelzeichnung gleichmäßiger erscheinen. Einige konnten mehr Standfreiheit aufweisen. Insgesamt stellten die Blauschimmel eine hochwertige Kollektion mit einigen herausragenden Giants dar (v: J. Franz; hv: M. Melzner, G. Fabian, M. Beuke). 

Eine Jungtäubin in Blaufahlschimmel präsentierte die Hauptrassemerkmale in hohem Maße, war aber eher dem Farbenschlag braunfahlschimmel zuzuordnen. 

Nur 4 Schecken lassen keinen Rückschluss auf den Zuchtstand zu. Die hier gezeigten Tiere waren zu schmal in der Front und hätten mehr Brust- und Körpertiefe aufweisen müssen. Der Schnabel wurde massiver gewünscht. Zudem ließ die Farbverteilung Wünsche offen. Überwiegend weiß mit nur einigen farbigen Stellen ist zu wenig. 

Sage und schreibe 17 Vielfarbige wurden nur ein Jahr nach der Anerkennung gezeigt. Bei der Betrachtung der körperlichen Merkmale wurde das Körpervolumen und die Frontbreite mit der keilförmigen Verjüngung zum Schwanz hin positiv hervorgehoben. Auch der Halsaufbau wurde unter den Vorzügen honoriert. In der Hinterpartie müssen sie noch kürzer werden. Die Warze konnte glatter und besser in den Profilverlauf eingebaut sein. Farblich sollte der Grundfarbe mehr Beachtung geschenkt werden. Das etwas hellere oder dunklere Mandelgelb sollte sich mehr über den gesamten Körper erstrecken. Bei einigen war dieses nur im Hals zu sehen. Auch die Vielfarbigkeit, mit den verschiedenfarbigen Sprenkeln, sollte, abhängig von Alter und Geschlecht, besser zur Geltung kommen. Maßstäbe setzte ein typvoller Jungtäuber, der auch farblich gefallen konnte und mit seiner Ausstrahlung begeisterte (v und hv: G. Koch). 

Vergleichbar präsentierten sich 6 Silbersprenkel. Formlich teilweise bereits auf hohem Niveau, konnte die Körperhaltung noch waagerechter sein. Breiter aufgesetzter Hals mit keilförmiger Verjüngung und glatte Warze waren weitere Wünsche. Die Grundfarbe soll weder zu hell noch zu dunkel sein. Ein mittleres silbergrau mit schwarzen Sprenkeln verleiht diesem Farbenschlag Attraktivität (hv: G. Koch). 

Die AOC-Klasse war mit 9 Tieren besetzt. Alle waren mit Farbbezeichnung, zum Teil fantasievoll, aber dem Erscheinungsbild weitgehend entsprechend gemeldet, wenn auch manchmal mit anderem genetischen Hintergrund. Hervorzuheben ist eine blaufahlgetigerte Jungtäubin und eine dunkle Tigerschecke (hv: S. Caprariu). 

Die Championtitel errangen: 

1,0 jung: G. Koch (vielfarbig); 1,0 alt: A. Trepte (rotfahl); 0,1 jung: M. Sachse (blau mit schwarzen Binden); 0,1 alt: ZG Römer (blaugehämmert).

 

Den von unserem Zuchtfreund Edgar Eschig gestifteten Alfred-Schwanitz-Gedächtnispokal, der als Wanderpokal auf die besten 6 Tiere eines Züchters vergeben wird, gewann die ZG P. und R. Römer.

 

Die nächste HSS führt uns vom 11. bis 13.12.2020 nach Meyenburg und wird als Internationale Giant Homer-Ausstellung durchgeführt. Alles Wissenswerte zum SV und unserer Rasse kann auf www.svgianthomer.de nachgelesen werden.

  

Tino Henkel 

1. Zuchtwart

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